Montag, 4. Januar 2010

Südostasien in vier Wochen

Vietnam (8 Tage)

Nach einem 14 stündigen
Aufenthalt in Singapur, unzähligen unbequemen Flughafensitzen und tropfnassem Schwülwetter sind wir endlich in der noch schwüleren Ho-Chi-Minh-City angekommen. Am Flughafen von unserem Taxifahrer abgefangen und rein in das Blechchaos. Vier Millionen Roller die völlig Systemfrei, 'gar anarchistisch durch die City brettern. Ganze fünfköpfige Familien kommen auf einem halben Quadratmeter mit 20 PS unter.

Rein ins Hotelzimmer, alles sauber, etwas eng aber hauptsache Klimaanlage! Wieder draußen gehts sogleich auf die Fressmeile, genauer gesagt ins Frittierparadies in dem uns alles als Pork oder Chicken verkauft wird. Wir glauben es, lassen uns das Abendessen auf zwei Lilliputanerstühlen schmecken und bezahlen keine 80 Euro-Cent für den Gaumenschmeichler. Während wir uns durch die überfüllten Straßen zwängen, flüstern uns die Tuk-Tuk-Fahrer immer wieder zu: "Pssst, Marihuanha?" Das liegt vermutlich an an unseren vom Schlafmangel gezeichneten, rubinroten Augen.

Beim Frühs
tück am nächsten Morgen bestelle ich mir einen vietnamesischen Kaffee im Glauben dass er nicht viel anders zubereitet wird als in Deutschland. Man serviert mir eine Tasse mit einem winzigen Schuss Kaffee und dazu extra Milch. Mit zwei Löffel Zucker und im Unwissen dass es sich um süße Kondensmilch handelt, habe ich im Handumdrehen einen Neuartigen Energydrink gemixt der einen Friedhof wecken könnte. Später erfahre ich, dass die Wasserbehälter auf dem Tisch zum verdünnen der Brühe gedacht sind.

Nach diesem Muntermacher treffen wir unsere Freunde Conny und Effe aus Deutschland, die bei all unserem Glück eine Straße weiter ein Zimmer bezogen haben. Gemeinsam schauen wir uns das Kriegsmuseum an und lassen Panzer und Bilder auf uns wirken. Je tiefer man in das Museum vordringt um so grausamer werden Bilder und Fakten. Nach einigen Stunden sind wir von Abscheu übersättigt und durch die Geschichte wieder ein Stück klüger. Der Palast der Wiedervereinigung hingegen, ein Betonblock im 60-Jahre CCCP-Stil, ist an Langeweile nicht zu toppen. Ein Sonntagnachmittag im Altersheim ist dagegen Ballermannstimmung.

Den Erfrischungsdrink am Mittag gönnen wir uns in einem schrillen, von außen recht teuer anmutenden Restaurant. Im inneren
geleitet man uns an einen Tisch direkt neben die 10.000 Watt-Boxen, die uns mit einem Mix aus postmoderner Westmusik und asiatischem Technogedudel vollschranzt. Aber dazugehören ist nun mal Alles.

Mit der Zeit lernen wir keine Suggestivfragen zu stellen
, da die Antwort im Zweifelsfall immer "Yes" ist. Wir lernen auch dass die ganze Stadt ein großes Urinal ist in der jeder überall seine Notdurft verrichten kann. Da behaupte nochmal jemand Sozialismus und Freiheit vertragen sich nicht. Wir gewöhnen uns auch an das ständige auf-den-Gehweg-rotzen. Anfangs konterte Cornelius nach dem Motto "ab 5 Uhr wird zurück gerotzt" und plazierte die Grünen treffsicher vor den Füßen der Bastarde. Nach einer Weile haben wir aber auch das akzeptiert.

Einen Tag später, fahren wir im bis zum letzten Platz
gefüllten Bus zu den berühmten Tunneln von Cu-Chi. Dabei handelt es sich um einen unterirdischen Komplex der den Vietcong als Lebensraum unter feindlichen Linien diente. Nach einem sehr subjektiven und kommunistischen Propagandavideo aus den sechzigern, beginnt die Führung. Für die Besichtigung der Tunnel wurden deren Eingänge extra "aufgebohrt", damit auch ein durchschnittseuropäer hineinpasst. Jene Touris mit überflüssigem Hüftgold oder wie ich mit Klaustrophobie schämen sich im Tageslicht, während die anderen sich im Gänsemarsch durch die Tunnel pressen. Beeindruckende 250km lang sind die Tunnel und beherbergen von Schlafzimmern, Küchen, Toiletten, Besprechungsräume bis hin zu Krankenzimmern alles was "Charly" brauchte um den Krieg zu gewinnen. Wir sehen sämtliche Arten von Fallen die sehr simpel aber ungemein wirkungsvoll funktionieren. Bei der Vorstellung wie die "no-more-family-Falle" wirkt, verkrampft sich bei den mänlichen Zuschauern die Leistengegend. Zum Abschluß der Führung dürfen diejenigen, die sich mal wieder wie ganze Männer fühlen wollen, eine Runde mit dem MG ballern, ohne Gehörschutz versteht sich. Keine 10 Meter von dem Stand entfernt, an dem ich mir ein Eis kaufe. Jedem das Seine eben...

Das Abendessen nehmen wir im vierten Stock e
ines Einfamilienhauses zu uns. Hier verlagert jeder sein Privatleben auf die Straße und kann seine Wohnung mit links in ein Restaurant umfunktionieren. Wir gehen die Treppe hoch vorbei an der Waschküche, Wohnzimmer, Kinderzimmer und Bad und nehmen Platz auf der Terasse, wo ein semiprofessioneller Praktikant unsere Bestellung entgegen nimmt. Der Bestellzettel wird zerknüllt und vom Balkon auf die Straße geworfen, wo ein flinkes Helferlein ihn abfängt und zur Küche im Erdgeschoß bringt. Das Gourmet wird in einer 1-qm Meter großen Küche zubereitet und von einem Laufenden Meter aus dem Erdgeschoss in den vierten Stock gehievt. Wir lassen es uns schmecken und geniessen die Aussicht auf tonnenweise Kabelstränge und das hektische Treiben in der Erlebnismeile unter uns.

Um 11 Uhr am Folgetag hebt unser Flieger ab und wir landen ca. eine Stunde später auf Phu Quoc, der größten Insel Vietnams. Eine Horde aufdringlicher Taxifahrer fällt am Flughafenausgang über uns her, von denen uns jeder zum billigsten und besten Hotel der Insel fahren will. Wir nutzen "die Macht" und treiben mit einer kurzen Handbewegung á lá Obi Wan Kenobi einen Keil zwischen die Angreifer. Tatsächlich schauen die Taxisten für einen kurzen Moment irritiert drein und lassen uns passieren. Später winken wir reumütig einen Fahrer ran, da es zu den Resorts doch einige Kilometer zu laufen wären.

Unser Eco-Resort hat zwar nicht die beste Lage, ist dafür aber günstig. Wir leihen uns drei Roller und flitzen an Fischerdörfern und Kühen vorbei zu einem richtig schönen Strand, an dem wir den halben Tag verbringen. Überall auf der Insel kann man einen penetranten Duft der berühmten Phu Quocer Fischsoße wahrnehmen. Am Hafen, wo die Soße produziert und/oder gelagert wird, kämpfen wir mit dem Würgereiz. Zurück im Eco-Resort braucht Conny eine viertelstunde den Monstergekko dingfest zu machen, der sich in unserem Zimmer breit macht. Als der Hausmeister zur Hilfe eilt, können wir den Typ nur knapp davon abhalten das Tier an unserer Wand zu verschmieren, als er mit dem Besenstiel drauf loshämmert. Gemeinsam gelingt es ihnen das Tierchen ein zu fangen und zur Belohnung gibt es ein Celebrity-Foto mit dem Crocodile-Hunter.

Die nächsten Tage vertreiben wir uns beim Schnorcheln mit eher mäßiger Sicht, beim Squidfishing auf einem alten Kutter und
erkunden der Insel per Roller. Es ist sehr interessant die Einheimischen bei ihrem Treiben zu beobachten und eine Insel zu erforschen die hauptsächlich unbefestigte Straßen hat. Man könnte Phu Quoc als interessant, ursprünglich und unerschlossen beschreiben, aber nicht als wunderschön. Der Golf von Thailand hat da ganz andere Perlen im Repertoire.

Eigentlich hatten wir geplant Vietnam einmal rauf oder runter zu fahren. Nach einer hektischen Woche im Süden voller unprofessioneller und nur halbherzig freundlicher Menschen, war für uns klar, dass noch eine Dekade verstreichen muss, bis das Land weiß wie man mit Gästen umgeht. Ursprünglichkeit hin oder her, aber ein einfaches Lächeln macht doch ganz schön viel aus.


Kambodscha (4 Tage)


Nach sieben Stunden, zwei Flügen und grimmig dreinblickenden Passkontrolleuren (diese Leute müssen ihren Job abgrundtief hassen) checken wir in einem zentral gelegenem Hotel in Siem Reap ein. Conny und Effe hat es an die Strände im Süden Kambodschas verschlagen. Beim abendlichen Bummel fällt sogleich auf: die Menschen sind freundlich, der Service besser und man spricht englisch! Wir sind hin und weg vom bunten und lebhaften Treiben auf der Straße, dinieren köstlich und lassen den Abend im Nachtmarkt ausklingen. Bevor wir ins Hotel zurück kehren, machen wir einen Tuk-Tuk-Fahrer klar für anständige 10 Dollar, zur Besichtigung der Tempel.

Unser Fahrer ist pünktlich um 8 Uhr auf der Matte und fährt uns von einem Tempel zum nächsten. Am meisten beeindruckt das größte und wohl bekannteste Angkor Wat. Bombastisch türmt sich dieses Steinmassiv, dass man sich fragt wie groß eigentlich der Minderwertigkeitskomplex dieser Könige war, dass man es mit so etwas gigantischem kompensieren musste. Sehr schön ist auch der Bayonne Tempel, mit Gesichtern so groß wie Scheunentore. Überall sind Kinder die Souvenirs verkaufen oder nach Dollars betteln. Um Ausländer zu beeindrucken können die kleinen Geschäftsleute Hauptstadt, Einwohnerzahl und die Namen der Staatsoberhäupter vieler Länder aufsagen. Während ich die Örtlichkeiten aufsuche, freundet sich Franziska mit einer Horde schmutziger Kiddies an und wird zum Abschied beschenkt. Vor den Eingängen der Tempel sitzen körperlich behinderte Musiker und machen auf ihr Schicksal aufmerksam. Den meisten fehlen Gliedmaßen, abgetrennt durch Landminen aus der Zeit der Schreckensherrschaft der Roten Khmer. Plötzlich werden die eigenen Wehwehchen unscheinbar klein. So viel Leid geht nicht spurlos an einem vorbei und zehrt auch ganz schön an den Nerven.

Wir schaffen es mit Mühe unserem Tuk Tuk Fahrer für den nächsten Tag ab zu sagen, da wir lieber mit Fahrrädern die Stadt erkunden wollen. So weit kommt es dann doch nicht, denn wir sind zu müde und schlafen erstmal richtig aus. Danach bummeln wir durch die Märkte und gönnen uns eine Fußmassage der besonderen Art. Dabei hält man seine Füße in einen Pool voller winziger Fische, während sich diese über unsere geschundenen Füße her machen. Klingt komisch, ist auch so. Wir halten keine fünf Sekunden aus bis wir durch das gekitzel die Füße immer wieder rausziehen. Nach qualvoll kitzeligen 15 Minuten ist die Massage vorbei und die Fische sattgefressen. Lecker :)
Am Abend treffen wir zufällig unseren Tuk Tuk
Fahrer und vereinbaren mit ihm einen Termin auf 4:30 am nächsten Morgen, weil wir uns den Sonnenaufgang am Angkor Wat ansehen wollen.

Mit 20-minütiger Verspätung und Alkoholfahne, kommt unser Fahrer angerast. Sein breites Grinsen verrät, dass er letzte Nacht ordentlich gefeiert hat. Um kurz vor fünf Uhr Morgens haben wir kaum eine andere Wahl und steigen in sein Party-Bike. Halb erfroren kommen wir am Tempel an und haben noch das Glück einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern während unser Fahrer in seinem Tuk Tuk seinen Rausch ausschläft. Ein freundlicher Imbissbudenverkäufer bringt uns zwei Stühle, Kaffe und Tee. Mit ca. 1000 weiteren Morgenmuffeln sitzen wir über eine Stunde da und geniesen das Spektakel. Das ist mal wieder einer der Momente, in denen man weiß, warum man die ganzen Strapazen auf sich genommen hat. Es ist wirklich sagenhaft.
Gegen 13 Uhr Mittags verweigert unsere Aufnahmefähigkeit den Dienst, die Augenlider werden schwer und wir lassen uns ins Hotel fahren.

Abends buchen wir, nach einer weiteren Massage, die Weiterfahrt nach Koh Chang, Thailand.
Am nächsten Morgen vor der Abreise versuchen wir schnell etwas zum Frühstück zu organisieren und erkundigen uns an einer Frittierbude was es denn so im Angebot gibt. Als wir auch beim zweiten Mal "Cat" verstehen, nicken wir freundlich und verziehen uns. Wir hoffen nach wie vor, dass wir uns verhört haben, aber das wäre eine Erklärung, weshalb die meisten Katzen, auch in Vietnam und Thailand, viel zu kurze Schwänze haben.

Aus einer Busreise werden vier Busse, zwei Minivans, zwei Taxis, eine Fähre und nochmals ein Taxi, bis wir nach 12 Stunden schließlich auf Koh Chang ankommen, wo Conny und Effe bereits auf uns warten.


Thailand (5 Tage)


Am selben Abend laufen wir gemeinsam zur Pussycat Dolls Bar um ein paar Drinks zu kippen. Hier treffen wir zwei deutsche
Hansel im Wolfgang Petri-Verschnitt und Schnauzern bei denen jeder US-Cop erblasst. Im Schlepptau sind ihre quickenden Thai-Freundinnen, hinter der Bar eine schrullige Party-Oma die unsere Großmutter sein könnte. Wir fühlen uns wohl, leeren die Drinks und fallen wenig später in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Morgen lassen wir uns zum Lonely Beach kutschieren, der tatsächlich wunderschön ist. Nach einer knappen Stunde ist auch die Unterkunft klargemacht und wir relaxen unter der Strohhüttenbar zur Musik von Cafe del Mar. Einfach nur herrlich!

Wir nutzen die Zeit für Schnorchelausflüge, bei denen wir neben wunderschönen Korallenriffen auch die neueste Bademode der Osteuropäer zu sehen bekommen, lassen eine Synchronmassage über uns ergehen und schauen uns Wasserfälle an.

Beim Männerabend kippen wir in einer Open-Air-Bar ein paar Bier, rauchen ein-zwei leckere Wasserpfeifen und torkeln singend
Richtung Resort. Unterwegs stoßen wir auf eine Beachparty, genehmigen uns noch einen Drink um abschließend am Strand, mit einer crowd funkiger Partypeople zu den Rhythmen aktueller Elektrobeatz ab zu zappeln. Das ist auch das erste Mal, dass wir einen "Monduntergang" bestaunen, als dieser um 2:30 Morgens am Horizont verschwindet. Alles in Allem, ein einmaliger Männerabend.

Insgesamt war Koh Chang eines der absoluten Highlights auf unserer Reise. Man konnte an den herrlichen Stränden richtig schön entspannen oder in der Hängematte rumhängen, schwimmen, leckere Cocktails schlürfen und das wunderschöne Panorama geniessen. Um so schwerer fiel dann die Weiterreise nach Laos, da wir uns wieder von unseren Freunden verabschieden mussten und somit auch von einem Stück Heimat.

Der Weg nach Laos war relativ unkompliziert und manchmal auch durchaus komfortabel. Ein Taxi, eine Fähre, einen Reisebus, einen Nachtzug und ein Tuk Tuk später standen wir vor der Grenze zu Laos.


Laos (7 Tage)


Am Grenzübergang mal wieder unfreundliche Beamte die mürrisch unsere Pässe checken, das Visum reinkleben, einen Stempel drauf
setzen und 30 Dollar abzocken. Der "Eintritt" kostet mehr als die Unterkunft in einem anständigen Zimmer. Wir schließen uns mit einer Gruppe von Backpackern zusammen und lassen uns in einem überfüllten Tuk-Tuk, dessen Motor um Gnade kreischt, in die Stadt fahren. Als wir an einem Markt halten, fallen uns fritierte Heuschrecken auf, die ich mir für den nächsten Imbiss vormerke.

Für eine Hauptstadt ist Vientiane relativ verschlafen, ein Paradies für Hippies, Aussteiger und Möchtegernbuddhisten. Wir
lassen uns zum x-ten Mal massieren, Franziska die Haare schneiden und decken uns mit eine paar Klamotten ein. Zum Abend dinieren wir ganz und gar nicht Backpacker-like in einem relativ schicken indischen Restaurant. Gleich vier Bedienungen schwirren um uns rum und lesen uns die Wünsche von den Augen. Ich esse das beste Butter-Chicken meines Lebens und bezahle gerne einen stolzen Preis für diesen Gaumenschmeichler.

Der Bus der uns am Morgen darauf abholen soll, kommt mit Einstündiger Verspätung angetuckert und ich verpasse meine Chance die frittierte Heuschrecken zu probieren. Damn! Die Fahrt nach Vang Vieng, das Party und Abenteuermekka Laos', wird zum Schluß der vierstündigen Fahrt eine regelrechte Zerreisprobe für unsere Nerven und Arschmuskeln. Keine zehn Meter Aspahlt ohne einer 90°-Kurve, rauf und runter, dafür aber eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Unterwegs halten ungeplant in einem kleinen Bergdörfchen, deren Einwohner uns ungläubig bestaunen. Passiert wohl nicht all zu oft, dass ein Bus voller Langnasen in ihrem Bergparadies hält.

Endlich in Vang Vieng angekommen, machen wir diesmal nicht den Fehler und lassen uns von einem Taxi zum Hotel fahren, sondern suchen uns unsere Bleibe selbst. Ungeduldig wie wir sind, mieten wir uns mal wieder viel zu teuer in einem hübschen Resort ein, nur um es am nächsten Morgen wieder zu verlassen. Wir finden ein Bungalow, zum halben Preis, direkt am Fluß mit Blick auf die malerischen Berge. Ein absoluter Gehimtipp und einfach nur traumhaft.

Vang Vieng ist voller wilder Partylöwen und kann Abends auch mal ungemütlich werden, weshalb einige Einheimische dieser Stadt
auch den Beinamen "Sin City" gegeben haben. Tagsüber ist es sehr gemütlich, weil die Partypeople noch schlafen. Man kann in den lockeren Bars in den Kissen rumlungern, sich Drinks und Snacks bestellen und dabei seine Lieblingsserien (Simpsons, Friends, Scrubs etc.) in der Endlosschleife ansehen. Auf der Straße werden gegrillte Leckereien, Süßigkeiten und herrliche Pfannkuchen für wenige Dollars zubereitet.

Aber die wohl größte Attraktion ist das Tubing.
Dabei setzt man sich in einen LKW-Schlauch und lässt sich den Fluß runtertreiben, vorbei an Bars die einen per Seil "an Land" ziehen. Für die meisten Ausländer geht es hier darum viel Alkohol in kürzester Zeit zu konsumieren. Wir dagegen trinken ganz langweilig unsere Cola, probieren ein zwei Shots und testen die zweifelhaft zusammengezimmerten Schwingseile und Sprungtürme. Nach drei Stunden auf dem ruhigen Fluß mit herrlicher Aussicht, kommen wir von der Sonne rosafarben, an unserer Hütte an und freuen uns über etwas Schatten.

Zum Abendessen probieren wir die Asiatische Variante von Raclette aus, bei der man Nudeln, Eier, Gemüse und Wasser in einem Metalltrog aufkocht und nebenan Fleisch anbrät. Sofern wir uns nicht all zu Blöd anstellen, würde ich behaupten, dass es nicht Jedermanns Sache ist eine klare Glibbersuppe zu löffeln.

Im Nachhinein wären wir gerne länger in Vang Vieng geblieben, vielleicht auch nur um uns den sechsstündigen Höllenritt über die Berge nach Luang Prabang zu ersparen. Jede Achterbahn gleicht dabei einer Kaffeefahrt.

Durchgekaut und wieder ausgespuckt kommen wir in Luang Prabang an und finden ziemlich schnell eine Bleibe für eine Nacht. Am nächsten Tag checken wir mal wieder in ein günstigeres Gästehaus mit besserer Lage ein. Irgendwie scheint das bei uns zur Regel zu werden.

Luang Prabang ist entspannt, das Clientel nicht so partyfreudig wie in Vang Vieng und hat einige Attraktionen zu bieten. Wir
sind vom Reisen mittlerweile aber so müde, dass wir uns zur Stadterkundung regelrecht zwingen müssen. Wir machen Sightseeing zu Fuß und auf Fahrrädern, besteigen ein paar hundert Treppen zum Tempel, schauen uns den Nachtmarkt an und buchen eine Flussfahrt auf dem Kaffebraunen Mekong. Jeden Abend singt uns unser Gästehausbesitzer stundenlang volltrunken in den Schlaf und nach zwei weiteren Nächten sind wir froh den Flieger Richtung Ersatzheimat Australien zu besteigen.

Zusammenfassend war die Asien-Reise ein voller Erfolg mit vielen schönen Momenten und bleibenden Eindrücken. Es stimmte die Reisezeit, meistens auch der Kosten-Nutzen-Faktor und vor Allem Qualität und Quantität an Erfahrungen.

Beim nächsten Mal
würden wir lediglich die Reihenfolge der bereisten Länder ändern und dann aufhören wenn es am schönsten ist.

sanfte Grüße

die Rumtreiber

2 Kommentare:

  1. Hey ihr zwei,

    schön endlich davon zu lesen, da ich mittlerweile sowohl Monduntergang als auch 4.stock suppe verdrängt hatte... prima bericht für mein eigenes tagebuch! leider fehlt ein bild mit crocodile-hunter-hut.

    Das Mekongufer Bild mit den spielenden Kindern ist deshalb so schön weil es für Effe und mich auch Sinnbild für Laos war, wo so viele Kinder tags und nachts vor allem auf der Strasse die Stadt belebten! Ein wunderschöner Eindruck.

    Tolle Reisen und Erfahrungen für 2010 und bis in Bälde! Ich werde mich regelmäßig drum kümmern, dass der Wodka bei den Roths nicht verdunstet, keine Angst!

    Cornelius

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  2. Hi Eugen,

    wir wünschen Dir alles Gute zum Geburtstag. Lasst es euch weiterhin gut gehen in Down Under.

    Grüße aus dem verschneiten Karlsruhe
    Maren und Johannes

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