Mittwoch, 7. Oktober 2009

Speerfischen

Das war dermaßen hammermäßig heute, dass ich sogleich davon berichten muss.

Nic, unser Mitbewohner nahm uns mit raus zum Speerfischen. Sein Kumpel Jason hatte das Boot klar gemacht und wir fuhren zu viert raus. Das Wasser war glasklar und die See ruhig, bis auf eine leichte Strömung.

Nach einer kurzen
Einweisung zur Speargun gings sogleich rein und runter, denn von oben kann man die Fische schlecht schiessen.
Die
silbernen sollten es sein, nicht die die aussehen wie Nemo. Aber wie soll man sich bei dem Gewimmel für einen entscheiden? Also einfach mal auf den Fischhaufen drauf gehalten und voll daneben geschossen, mehrmals. Der Speer steckte immer wieder irgendwo in der Koralle fest. Hatte ich mir alles einfacher vorgestellt. Das Speer unter Wasser zu spannen ist mit Abstand das Schwierigste an der ganzen Sache. Als Polster hab ich mir zwei Bierflaschenkühler aus Schaumstoff unter das Surfshirt gestopft, die Waffe an die Brust gepresst und dann mit aller Kraft das Gummiseil bis zum bersten in die Verankerung gezerrt. Das alles im Wasser, nach Lufts japsend und strampelnd. Wirklich kein Kindergeburtstag.

Franziska beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung und
vergrößerte den Sicherheitsabstand dann nochmals, als die Haie aufkreuzten. Sie hatten das Fischblut gerochen, nachdem Jason seinen zweiten Fisch geschossen hatte. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass man einen der Haie auch hätte schiessen dürfen. Die wären wohl gerade noch "klein" genug gewesen das man sie hätte bändigen können. Auf der anderen Seite: trifft man nur eine Flosse, wird der Hai agressiv und der Schuss kann im wörtlichen Sinne nach hinten losgehen. Also lieber auf die wehrlosen, kleinen und schwachen zielen.

Eine weiße, fette zwei-Meter Seeschlange schwamm direkt hinter dem Fisch her, auf den ich es abgesehen hatte. Ich weiß nicht ob sie es mir übel genommen hätte, würde ich den Fisch tatsächlich erwischen. Also beließ ich es dabei.

Nach einigen weiteren, erfolglosen Schüssen hat es mich irgendwann dermaßen gefroren, dass ich nicht mal einen Wal aus zwei Meter Entfernung getroffen hätte. Ich musste ohne Fisch raus und direkt auf die Hühnerleiter zum Schämen. Nic tröstete mich damit, dass er die ersten acht mal beim Speerfischen auch nichts traf. Somit stand ich nicht ganz so schlecht da.

Nach dieser höchst männlichen Erfahrung, konnte man das Testosteron im Boot förmlich riechen, vermengt mit all dem Fischblut und Motorendiesel. Man(n) fixierte einen Punkt und starrte ganz "lonesome-rider-like" in die Ferne. Während der Rückfahrt sprach niemand ein Wort, außer Franziska :)

Freu mich schon aufs nächste Mal!

Sanfte Grüße
Die Rumtreiber

Sonntag, 4. Oktober 2009

Bilder rund um Exmouth

Hey Leute.

Diesmal nur ein Bilder-Update.

Neue Pics, rund um Exmouth, sind jetzt über die Diashow verfügbar.
Enjoy!

Grüße
Eugen

Freitag, 2. Oktober 2009

In Exmouth, um Exmouth und um Exmouth herum

Es haben uns viele Nachrichten erreicht, von Leuten die lange nichts mehr von uns gehört haben. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: wir sind seit einigen Wochen richtig busy und finden kaum Zeit um den Blog anständig zu gestalten. But here we are again.

Gleich am zweiten Tag nach unserer Ankunft, fanden wir auch schon die ersten Jobs in Exmouth. Franziska als Bedienung für die Abendstunden in einem Ferienresort und ich als Tellerwäscher in einem hübschen Hotel. Der Tellerwäscherjob erwies sich jedoch als echter Knochenjob, da man ständig mit heißem Wasser rumsudelt und sich andauernd die Pfoten verbrennt wenn man vor lauter Hektik mal wieder nicht mitbekommen hat, dass der Koch da gerade eine kochend heiße Pfanne abgestellt hat. Einige Tage später hatte ich die Hände eines 80-jährigen. Auf Dauer war das nichts also suchte ich nach einer anderen Beschäftigung.

Dazu hab ich an einer Baustelle angefragt und hätte da einen Job als "Putzkraft" bekommen. Der Manager der Baustelle war jedoch kein Mann mit besonders viel Weitsicht und Verhandlungsgeschick. So hat er das ihm zur Verfügung stehende Budget aufgebraucht und versuchte mir deshalb einen Bus ans Ohr zu labern, ich solle doch mit 15 Dollar die Stunde einsteigen, was für einen Job auf der Baustelle in Australien absoluter Beschiss ist. Diese Jobs zählen zu den bestbezahlten unter den Backpackern und manche Firmen zahlen das doppelte. Also war die Sache auch gleich gestorben.

Eine Bleibe haben wir per Anzeige gefunden. Der Besitzer ist auf Reisen und hat sein Haus zwischenvermietet. Der Mietvertrag wurde anständig und ordnungsgemäß mit einem feuchten Händedruck besiegelt und damit war die Sache geritzt. Wir hinterließen 400 Dollar als Kaution (ganz ohne Vertrag und sonstiger Sicherheiten) und zogen wenige Tage später in ein Haus dessen Mitbewohner wir zuvor nie gesehen hatten, ganz ohne Schlüsselübergabe und Einweisung. So ist das eben hier, man schläft mit offenen Türen, lässt die Schlüssel im Fahrzeug stecken und hinterlegt das Geld für die wöchentliche Miete in der Garage, damit ein Freund des Hausbesitzers es im Laufe des Tages abholt.

Einige Tage später sprachen wir beide in einem Hotel vor, das Putzkräfte suchte und durften sogleich einsteigen. Nach einer Weile wurden zwei Jobs zuviel für mich, da es teilweise 14-Stunden Arbeit am Tag waren und ich kündigte den
Tellerwäscher. Zur Zeit arbeitet Franzi noch als Bedienung und zusammen putzen wir die Zimmer im Hotel. Das erfreuliche an diesem Job ist, dass wir alles was die Gäste hinterlassen auch behalten dürfen. So konnten wir uns bereits über einige Flaschen Bier, einen neuen Kamm, Shampoo, Kekse, Chips, Bücher etc. freuen und über andere "Geschenke" weniger wie z.B. die U-Boote die manch einer in der Kloschüssel vergisst.

Letzte Woche war
ein seltsamer Kauz aufgetaucht, der direkt aus dem Busch kam. Er lief die ganze Zeit barfuß rum, spielte Mundharmonika und laberte irgend einen unverständlichen Kauderwelsch. Zum Schluß wurde er noch beleidigend anderen Gästen gegenüber und versaute das Zimmer in zwei Tagen als hätte eine Horde Affen darin gehaust. Ich vermute die einzige Zuneigung die er in seiner Kindheit erfahren hat war die, wenn sein Vater absichtlich daneben gezielt hat, wenn er mal wieder mit der Bierflasche nach ihm warf.

Ganz nett ist auch, dass sich um das Hotel herum ständig Emus mit ihren Kücken, Känguruhs und andere Tierchen aufhalten. So
sieht man auch schon mal eine fette Riesenechse um das Haus schleichen, auf der Suche nach den Papagaien.

Tauchen waren wir leider immer noch nicht, werden es aber auf jeden Fall nachholen. Das Navypier bei Exmouth zählt zu den weltweit zehn schönsten Tauchspots. Da die Navy ihr Gebiet viele Jahre lang gesperrt hielt ist hier die Unterwasserwelt noch besonders schön und aktiv. Man taucht mit Rochen, Schildkröten, Haien und tausend anderen Fischen.

Schnorcheln waren wir
bereits mehrere Male. Die Strände sind sagenhaft. Weißer Sand, türkises Wasser, bunte Korallen, kaum Menschen und eine wunderschöne Unterwasserwelt, mit all' ihren Tücken... So passierte es bei einer Schnorcheltour, dass uns die Strömung direkt über eine Koralle trieb, unter der ein Hai lag.
An Stelle in nagetierhafte Abwehrhaltung zu verfallen und völlig ein zu frieren, begann Franzi wie wild die Wellen zu peitschen. Den Hai hat das wenig interessiert, der hat gepennt, aber der Anblick war trotzdem gruselig.

Abschließend noch einige (mehr oder weniger interessante) Fakten rund um Australien, die man so kaum im Reiseführer findet:

- das Gehalt wird wöchentlich gezahlt.
- 90% der Australier sind tätowiert.
- Australisches Bier schmeckt auch.
- die weiblichen Köche können rülpsen, da wird man(n) neidisch.
- Australier laufen gerne barfuß, überall.
- rohe Austern schlürfen ist widerlich, auch hier.
- gereizte Muscheln können Meterweit spucken.
- Radlerbier gibt es auch hier und es heißt sogar genauso.
- Exmouth (1500 Einwohner) findet man fast auf jeder Weltkarte.
- der Abflussstrudel dreht hier andersrum als bei uns.

Fotos folgen...

Grüße
die Rumtreiber

Freitag, 4. September 2009

Roadtrip nach Exmouth

Von der Reiselust infiziert und vom Regenwetter in Perth angepisst brachen wir am 25. August zum Roadtrip nach Exmouth auf. Aus geplanten 1200 Kilometern der Küste entlang, wurden letztendlich 2500 Kilometer quer durch das Outback, an Goldgräberstädten vorbei, endlosen Weiten und wunderschönen Nationalparks.

Bevor wir aufbrachen, sollte der Van erstmal unserem Deluxe-Backpacker-Anspruch entsprechend gepimpt werden. Sprich, Gardinen, Kissen und Küchenutensilien einkaufen. Frauenkram eben. Auf dem Weg zum IKEA der erste Schock, als der Motor mitten auf dem Highway einen plötzlichen Anfall von Spritmangel erleidete. Glücklicherweise hatten wir einen Kanister Benzin dabei.

Auf dem Weg nach Norden fuhren wir an riesigen Kuhweiden und unzähligen kopflosen und sehr toten Kängurus vorbei. Da es in Australien relativ früh dunkel wird und die Tierchen in der Dämmerung aktiv werden, rennen viele von ihnen vor die Kühlergrills. Wir hielten nach Sonnenuntergang in dem winzigen Städtchen Jurien und campierten dort wild im gemütlichen Van. Die morgentliche Dusche und das Frühstück nahmen wir auf einem Parkplatz zu uns und genossen die Aussicht auf den malerischen Strand. Öffentliche Toiletten und Trinkwasser sind in Australien zu Hauf vorhanden, anders sieht es mit Benzin aus. Es kann schon mal vorkommen, dass man 250 km fahren muss um die nächste Tankstelle zu erreichen, deshalb ist der Reservetank immer voll.

Im Laufe des Tages fuhren wir entlang der Küste und fanden immer wieder kleine bezaubernde Strände, an denen man gerne geblieben wäre. In Geralton, der letzten größeren Stadt auf unserer Route campierten wir erneut wild an einem Strandparkplatz als gegen 6 Uhr morgens jemand Dampfhammermäßig an die Wagentür klopfte. Es war der Ranger und sein Hilfssheriff die uns freundlich darauf hinwiesen, dass man hier nicht campen dürfe. Auf meinen Hinweis, dass hier kein Schild stünde was eben Solches verbietet, entgegnete er: "West Australia is a big country, you need lots of signs to put them everywhere." Es hilft also nicht immer sich dumm zu stellen. Nächstes mal probieren wir es mit der "Ich-spreche-nur-Deutsch-Tour".
An diesem Morgen fiel auch die Entscheidung, aufgrund der klimatischen Bedingungen,
von der geplanten Route etwas ab zu weichen und den Weg über das Outback nach Exmouth zu fahren.

Von Geralton fuhren wir ca. 550 km durch schier unendliches, rotes Land und vorbei an der alten Goldgräberstadt Namens Cue, die wie ausgestorben wirkte. Der Ort hat gerademal 350 Einwohner aber wiederrum genug, dass sich auch hier Jugendgangs bilden konnten. Ob die auch Besuch vom Weihnachtsmann in Badeshorts hatten als er letztes Mal in da Hood war?

In Meekatharra campierten wir an diesem Abend zum ersten Mal auf einem Campingplatz und gingen am Abend ins Pub. Wie erwartet saßen hier die harten Kerle. Trucker mit ZZ-Top-Bärten, Minenarbeiter mit Schultern die die Sonne verdunkeln und besoffene Aboriginals die ihre Biergläser im Minutentakt leerten.
Der Hambruger in diesem Laden wird sogar im Lonely Planet empfohlen, also griffen wir zu und hatten richtig Freude daran. Zum leckeren Burger gab es ein Bier, wie es sich für ein Pub gehört und für Franziska einen Wein für den sie skeptische Blicke erntete. Vor dem Pub hatte sich eine Gruppe angetrunkener Aboriginals zum Abendlichen "Fass aufmachen" versammelt, wurde aber wieder von den Cops vertrieben.

Nach weiteren 420 km erreichten wir am Tag darauf den Karinjini Nationalpark, eine der schönsten Parks in Westaustralien. Außer einigen Campern, den Plumsklos und aufdringlichen Dingos gab es nur uns und das endlose rote Outback. Wir verbrachten hier zwei Nächte und erforschten den riesigen Park mit seinen Schluchten, Wasserfällen und den herrlich erfrischenden Pools. Am zweiten Tag drangen wir tiefer in die Schluchten ein und mussten stellenweiße durch halshohes Wasser laufen, an Felsvorsprüngen entlang klettern und uns abseilen, bis wir schließlich einen wunderschönen Pool erreichten. Hier holte sich Franziska eine Schnittwunde und mehrere blaue Flecken. Sie war jedoch "tough enough" und wir konnten uns schön erfrischen.

Die Fahrt zum nächsten Campingplatz war alles andere als angenehm. Der rote Staub kam durch alle Öffnungen ins Fahrzeug und man hatte Schwierigkeiten zu atmen. Es war so trocken, dass wir mit unseren Händen hätten Wände abflexen können. Der rote Sandstaub war einfach überall und wir glichen mehr und mehr
der roten Zora und Pumuckl. Am Campingplatz in Tom Price verbrachten wir den Rest des Abends damit den Van, die Ausrüstung und uns selbst zu reinigen. Während der 5-Stunden-Putzaktion beäugten uns die restlichen Camper ungläubig. Entweder hatten sie ihre Sandpisten noch vor sich oder wir nahmen es mit der deutschen Gründlichkeit mal wieder zu genau.

Einen Reisetag, zwei Reservekanister und 600 km später erreichten wir am Abend des 31. August Exmouth. Wir mieteten uns auf einem Campingplatz ein und machten uns am nächsten Tag auf Job und Wohnungssuche. Sogleich hatte Eugen einen Tellerwäscherjob in einem Nobelhotel und Franziska einen Job als Barkeeper. Die Wohnung für sechs Wochen haben wir auch schon klar gemacht.

Bernd Stromberg würde sagen "läuft..." :)
Das finden wir auch.

Liebe Grüße
Die Rumtreiber

Freitag, 21. August 2009

Perth - oder die abgelegenste Stadt der Welt

Sorry Leute, das Update ließ auf sich warten, aber here we are!

Am 10. August hatten wir nach einem Fünf-Stunden-Flug Australien erreicht. Die Maschine schien fast nur für uns gechartert, denn von ca. 200 Plätzen waren gerade mal 10% besetzt. Jeder hatte somit einen Steward für sich :) Eugen hat das wenig beeindruckt, er schlief den ganzen Weg über.

Da Michaela, Eugen
s Schulfreundin, beruflich unterwegs ist, haben wir ihre Wohnung für zwei Wochen zur Verfügung.

Perth ist grün, hat einen großen, schönen See in den sich öfter Delfine verirren, jede Menge Pu
bs, eine Atemberaubende Skyline, wunderschöne Strände, einen riesigen grünen Park, freundliche und hilfsbereite Einwohner und jede Menge Charme. Perth beherbergt 1,5 Mio. Einwohner und zählt flächenmäßig zu einer der größten Städte der Welt. Die nächste Großstadt ist über 2.800 km entfernt, was Perth zur abgelegensten Stadt der Welt macht. Die hässliche Seite von Perth ist die Situation der "native australian", den Aboriginal People. Ausnahmslos jeder, den wir auf der Straße gesehen haben, hängt an der Flasche oder schnüffelt Klebstoff.

Einen Tag nach unserer Ankunft, machten wir uns auf, das Stadtzentrum zu erk
unden. Nach einem anstrengenden Fußmarsch endeckten wir ein kleines Jobbüro. Wir meldeten uns arbeitswillig und die junge Dame nahm
uns
ere Profildaten auf. Hier stießen wir zum Ersten Mal an unsere Sprachgrenzen. Wie erklärt man dass man eine Ausbildung absolviert hat, Erfahrung im Umgang mit Gabelstaplern hat und wie zur Hölle heißt der Baumarkt auf englisch? Das Teil nennt man hier "Do-it-yourself-warehouse". Komm da mal drauf! Wir wurden auf den nächsten Morgen vertröstet. Auf dem Heimweg entlarvte uns ein volltrunkener Australier als Deutsche und begrüßte uns mit "Sieg Heil". Was soll man da noch sagen, der Typ war voll wie zehn Russen.

Am nächsten Morgen pünktlich um 9:55 Uhr, standen wir im Jobbüro. Nach stundenlangen rumsitzen und Löcher in die Luft starren, eröffnete uns die beleibte Dame, dass wir am nächsten Morgen wieder kommen sollen, es gäbe nur Jobs für Backpacker mit eigenem Fahrzeug.

Der nächste Tag erschien wie ein D
ej Vu - die selbe Frau, der selbe Ort, die selbe Vertröstung. Wir entschieden uns den Fokus nun eher auf den Kauf eines Vans zu legen. Noch am selben Tag fanden wir einen der uns gut gefiel. Wir riefen den Besitzer - Phil ein Backpacker aus Deutschland - an und vereinbarten noch am selben Abend einen Termin. Es war ein weißer '98er Ford Econovan (bis auf die Felgen ist das genau unser Van) mit nachträglich eingebauter Liegefläche inkl. Matratze. Der Feuerstuhl sollte unserer werden.

Die zweite Woche verbrachten wir mit einem Arsch voll Papierkram. Das Auto war in Queensland gemedet und wir mussten es ummelden. In Australien hat jedes Bundesland seine eigenen Vorschriften, deshalb müssen wir eine elektronische Wegfahrsperre nachrüsten lassen. Der Van ist derzeit in der Werkstatt und sollte heute fertig gepimpt sein. Dann nochmal durch den Tüv und ab auf die Piste. Yiiihaaaaa!

An einem Nachmittag besuchten wir Doris in Fremantel, die Verwandte e
iner Kollegin von Franziska. Wir verbrachten mit ihr einen schönen Nachmittag, besuchten zum ersten Mal das Meer bei Tag und bestaunten die superstylischen Häuser. Den Tag darauf waren wir im Aquarium AQWA in Perth und genossen die bunte Unterwasserwelt im Glastunnel. Riesige Haie, Schildkröten, Mantas und andere Unterwassertierchen glitten gemütlich über unsere Köpfe hinweg. Beeindruckend!

Leider ist zur Zeit Winter, der sich hier aber anfühlt wie der Frühling in Deutschland. Im Schnitt sind es 18°C und es regnet häufig. Deshalb haben wir beschlossen, Anfang nächster Woche in den sonnigen und warmen Norden, genauer gesagt ins 1200 km entfernte Exmouth, zu fahren. In der Nähe gibt es eine Delfinfarm auf der man jobben könnte und noch dazu lockt die Reiselust.
Das Autofahren war im Ersten Moment etwas tricky, aber da die Fahrweise hier eine ganz entspannte ist und wir in Deutschland das Linksfahren geübt haben, läuft die Sache mittlerweile rund ;)

Wir berichten dann von Exmouth wieder.


Stay tuned

Franzi & Eugen

P.P.S Den Schlafsack haben wir aufgegeben, dafür aber von Phil zwei neue bekommen :)

Freitag, 14. August 2009

Zwei Tage Singapur

Nachdem die erste Nacht sehr komfortabel und ganz und gar nicht Backpackermäßig war, machten wir uns am nächsten Vormittag auf zum Sightseeing.

Unser Stadtteil „Little India“ bestand eigentlich nur aus Hotels, teuflisch leckeren Schnellgarküchen und jede Menge Indern. Von der bekannten Singapurer Sauberkeit keine Spur. Egal, man war von Mannheim auch nicht Besseres gewohnt ;).

Weiter zu Sim Lim dem Technikmekka auf der Suche nach einem Schnäppchen. Sämtliche Läden sind bis zum Bersten gestopft mit Kram für den erstmal weitere 5 Milliarden Asiaten gezeugt werden müssen. Blinkender und funkelnder Bullshit, den kein vernünftiger Mensch benötigt. Das besagte Schnäppchen haben wir uns in die Haare geschmiert, nachdem es hieß „iPhones only with contract“.

Nach dem multimedialen Overflash im Sim Lim gings zur Orchard Road, der Shoppingstraße in Singapur schlechthin. Hier reiht sich eine Boutique an die andere und es gibt eigentlich nichts was man nicht auch in Deutschland bekommt, nur günstiger. Zwischendurch haben wir immer wieder Pausen an einem der vielen leckeren Hawkers (Fressbuden) gemacht.

Nach ca. tausend Kilometern zu Fuß bei gefühlten 100°C und 80% Luftfeuchtigkeit freuten wir uns auf den Pool im Hotel, quälten uns danach aber gleich weiter zum Fressmarathon, in die besagten indischen Garküchen. In einer kleinen, gut besuchten Bude (Riesendank an Maria für den Tipp) waren wir zwei Weißbrote geradezu so exotisch wie das Besteck in diesem Laden, denn man aß mit den Händen. Korrigiere, mit der rechten Hand, denn die Linke verwendet der Inder für das schmutzige Geschäft.

Danach weiter per Metro nach China Town, wo bereits um 22 Uhr die Bordsteine hochgeklappt wurden. Die Bilder erzählen eigentlich mehr als überhaupt passiert ist.

Am zweiten Tag stand Sentosa Island und die Night Safari im Singapurer Zoo auf dem Plan. Noch bevor wir in die Metro stiegen, gönnten wir uns eine „Entspannungsmassage“ die sich jedoch anfühlte als würde mich ein ausgewachsener Elefantenbulle bearbeiten. Diese Thaimädels haben wahnsinnig kräftige Hände mit deren Fingern sie Paranüsse knacken könnten. Dafür fühlt man sich danach wie neu geboren :)

Sentosa Island ist eine kleine, Singapur vorgelagerte Insel, die vielmehr unserem Europa-Park gleicht, nur in schön. Zuvor noch schnell ein paar Reis-Fisch-Happen im High-Tech-Sushi-Restaurant in den Kopf geworfen (hier wird per Mausklick am Bildschirm bestellt) und dann ist man reif für die Insel. An ein paar hübschen und hinterlistigen Springbrunnen vorbei, an Rollercoastern und unzähligen Baustellen (der Park ist am Entstehen) und geradewegs an den Strand. Durch die erdrückende Hitze und abartige Schwüle, ging uns recht plötzlich die Puste aus und wir pfiffen aus allen Löchern, so dass wir bald Richtung Mall abzogen um uns abzukühlen und den Park damit abhakten.

Die Night Safari sollte man gemacht haben. Man wird in Massen abgefertigt und auf mehrere Waggons „verladen“ die quer durch den Park tuckern. Eine nette Stimme erklärt dabei jedes einzelne Gehege und ermahnt dabei ständig die japanischen Mitreisenden ohne Blitz zu fotografieren. Womöglich werden die Tierchen dadurch dumm. Man sieht auch tatsächlich in jedem Gehege die Tiere die da „freiwillig residieren“ und immer in dem Moment vortreten, wenn ein Wagen vorbeifährt. Meine Theorie ist ja, dass hinter den Gehegen fiese Azubis stehen die die Tierchen mit Stromstößen hervortreiben. Aber vielleicht geht da auch einfach nur meine Phantasie mit mir durch.

Im Anschluss hat man die Möglichkeit sich mit Souvenirs ein zu decken oder sich im Multikulti-Restaurant was leckeres in den Kopf zu schieben.

Alles in allem kann man sich Singapur mal ansehen, muss es aber nicht. Bangkok ist weitaus aufregender.

Grüße

Eugen & Franziska

P.S. Mein Schlafsack ist immer noch nicht aufgetaucht.

Samstag, 8. August 2009

Ankunft in Singapur

Die Flüge nach Singapur waren, wie erwartet, anstrengend. Zahlreiche Videospiele und mehrere Blockbuster später kamen wir um 22:30 Uhr Ortszeit an und stellten fest, dass mein Schlafsack Füße bekommen hatte. Der Seemannsknoten ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Nach der Vermisstenanzeige am Flughafen machten wir uns auf den Weg zu unserem 1-Sterne-Hotel, verpassten jedoch die Metro um winzige aber gewichtige drei Minuten, denn es war die letzte für diesen Abend.

Immer noch bester Laune, entschieden wir uns für ein Taxi und waren innerhalb kürzester Zeit vor unserem Hotel. Mit Augenringen so groß wie die des Saturns, durften wir sogleich unser Zimmer beziehen nachdem ein Inder mit Tigerkrallenähnlichen Fingernägeln uns die Keycard überreichte. Unzählige Flure und krasse Düfte später standen wir vor unserem „Loch“. Zur Begrüßung hatte man uns Haare hinterlassen die ausgereicht hätten um „Tigerkralle“ einen schönen Vollbart zu stricken. Überall wo man hinsah rannten gepanzerte Achtbeiner herum. Wir entschieden Tigerkralle von den Mitbewohnern, die mittlerweile schon das Bett in Beschlag genommen hatten, zu berichten. Mit völlig überraschter Miene die einen Oscar verdient hätte, griff der der quirlige Firlefanz zielsicher zu einer überdimensionierten Insektendose, die ausgereicht hätte um das gesamte Hotel ab zu fackeln. Er kannte also das Problem und war bestens vorbereitet. Nachdem das Bettzeug, die Möbel, unsere Rucksäcke und das gesamte Loch vollständig mit Insektenspray kontaminiert waren, mussten wir es räumen um nicht auch rücklings liegend mit den Gliedmasen zu zucken. Tigerkralle entschied nach der Aktion dass seine Arbeit getan sei und machte sich aus dem Staub. Enttäuscht vom brechreizfördernden Resultat (außer den toten Kakerlaken hatten wir Haare aus sämtlichen Körperöffnungen in den sanitären Anlagen) nahmen wir die Sache selbst in die Hand und suchten uns promt eine neue Bleibe. Wir fanden sie zwei Straßen weiter im Park Royal Hotel. Der Preis war egal, wir wollten duschen und schlafen! Unsicher, ob wir mit unserer Kleidung in die Hotellobby kommen, schleppten wir uns zur Rezeption und fragten ob sie auch bezahlbare Doppelzimmer haben. Eine junge Frau aus der Heimat erkannte die Not in meinem Hundeblick und drückte den Preis auf 80 Euro pro Nacht. Außerdem gab es das Frühstück ohne Aufpreis dazu :). Wir bezogen ein Zimmer im 18 Stock und nach einer ausgiebigen Dusche war der Abend um 01:45 Uhr zu Ende. So wie wir auch.


Grüße aus der saubersten Stadt der Welt (?)
Eugen

Donnerstag, 6. August 2009

Ready for take-off

Das zunächst unüberschaubare Chaos nimmt langsam Gestalt an in Form von zwei bis zum bersten gestopften Trekkingrucksäcken. Die Dokumente sind besorgt, die Behördengänge alle erledigt.
An dieser Stelle massive Greets an meine Hartz-4 Homies vorm Arbeitsamt, ich würd euch niemals dissen yo! Jetzt bin ich einer von euch ;)

Der Abschiedsmarathon ist vorbei und hinterlässt schöne Erinnerungen. 1000 Dank an unsere lieben Familien, Freunde und Kollegen für die tollen Abschiedsgaben (der digitale Bilderrahmen rockt). Wir werden euch vermissen, aber "holterdiepolter" sind wir ja schon wieder da.

Der Flieger startet um 23:05 Uhr und ist nach ca. 6,5 h in Abu Dhabi. Dort haben wir drei Stunden Aufenthalt, bevor wir dann 8 Stunden später in Singapur landen.

Mehr davon, wenn wir den Jetlag überwunden haben...

Grüße
Franzi und Eugen