Freitag, 4. September 2009

Roadtrip nach Exmouth

Von der Reiselust infiziert und vom Regenwetter in Perth angepisst brachen wir am 25. August zum Roadtrip nach Exmouth auf. Aus geplanten 1200 Kilometern der Küste entlang, wurden letztendlich 2500 Kilometer quer durch das Outback, an Goldgräberstädten vorbei, endlosen Weiten und wunderschönen Nationalparks.

Bevor wir aufbrachen, sollte der Van erstmal unserem Deluxe-Backpacker-Anspruch entsprechend gepimpt werden. Sprich, Gardinen, Kissen und Küchenutensilien einkaufen. Frauenkram eben. Auf dem Weg zum IKEA der erste Schock, als der Motor mitten auf dem Highway einen plötzlichen Anfall von Spritmangel erleidete. Glücklicherweise hatten wir einen Kanister Benzin dabei.

Auf dem Weg nach Norden fuhren wir an riesigen Kuhweiden und unzähligen kopflosen und sehr toten Kängurus vorbei. Da es in Australien relativ früh dunkel wird und die Tierchen in der Dämmerung aktiv werden, rennen viele von ihnen vor die Kühlergrills. Wir hielten nach Sonnenuntergang in dem winzigen Städtchen Jurien und campierten dort wild im gemütlichen Van. Die morgentliche Dusche und das Frühstück nahmen wir auf einem Parkplatz zu uns und genossen die Aussicht auf den malerischen Strand. Öffentliche Toiletten und Trinkwasser sind in Australien zu Hauf vorhanden, anders sieht es mit Benzin aus. Es kann schon mal vorkommen, dass man 250 km fahren muss um die nächste Tankstelle zu erreichen, deshalb ist der Reservetank immer voll.

Im Laufe des Tages fuhren wir entlang der Küste und fanden immer wieder kleine bezaubernde Strände, an denen man gerne geblieben wäre. In Geralton, der letzten größeren Stadt auf unserer Route campierten wir erneut wild an einem Strandparkplatz als gegen 6 Uhr morgens jemand Dampfhammermäßig an die Wagentür klopfte. Es war der Ranger und sein Hilfssheriff die uns freundlich darauf hinwiesen, dass man hier nicht campen dürfe. Auf meinen Hinweis, dass hier kein Schild stünde was eben Solches verbietet, entgegnete er: "West Australia is a big country, you need lots of signs to put them everywhere." Es hilft also nicht immer sich dumm zu stellen. Nächstes mal probieren wir es mit der "Ich-spreche-nur-Deutsch-Tour".
An diesem Morgen fiel auch die Entscheidung, aufgrund der klimatischen Bedingungen,
von der geplanten Route etwas ab zu weichen und den Weg über das Outback nach Exmouth zu fahren.

Von Geralton fuhren wir ca. 550 km durch schier unendliches, rotes Land und vorbei an der alten Goldgräberstadt Namens Cue, die wie ausgestorben wirkte. Der Ort hat gerademal 350 Einwohner aber wiederrum genug, dass sich auch hier Jugendgangs bilden konnten. Ob die auch Besuch vom Weihnachtsmann in Badeshorts hatten als er letztes Mal in da Hood war?

In Meekatharra campierten wir an diesem Abend zum ersten Mal auf einem Campingplatz und gingen am Abend ins Pub. Wie erwartet saßen hier die harten Kerle. Trucker mit ZZ-Top-Bärten, Minenarbeiter mit Schultern die die Sonne verdunkeln und besoffene Aboriginals die ihre Biergläser im Minutentakt leerten.
Der Hambruger in diesem Laden wird sogar im Lonely Planet empfohlen, also griffen wir zu und hatten richtig Freude daran. Zum leckeren Burger gab es ein Bier, wie es sich für ein Pub gehört und für Franziska einen Wein für den sie skeptische Blicke erntete. Vor dem Pub hatte sich eine Gruppe angetrunkener Aboriginals zum Abendlichen "Fass aufmachen" versammelt, wurde aber wieder von den Cops vertrieben.

Nach weiteren 420 km erreichten wir am Tag darauf den Karinjini Nationalpark, eine der schönsten Parks in Westaustralien. Außer einigen Campern, den Plumsklos und aufdringlichen Dingos gab es nur uns und das endlose rote Outback. Wir verbrachten hier zwei Nächte und erforschten den riesigen Park mit seinen Schluchten, Wasserfällen und den herrlich erfrischenden Pools. Am zweiten Tag drangen wir tiefer in die Schluchten ein und mussten stellenweiße durch halshohes Wasser laufen, an Felsvorsprüngen entlang klettern und uns abseilen, bis wir schließlich einen wunderschönen Pool erreichten. Hier holte sich Franziska eine Schnittwunde und mehrere blaue Flecken. Sie war jedoch "tough enough" und wir konnten uns schön erfrischen.

Die Fahrt zum nächsten Campingplatz war alles andere als angenehm. Der rote Staub kam durch alle Öffnungen ins Fahrzeug und man hatte Schwierigkeiten zu atmen. Es war so trocken, dass wir mit unseren Händen hätten Wände abflexen können. Der rote Sandstaub war einfach überall und wir glichen mehr und mehr
der roten Zora und Pumuckl. Am Campingplatz in Tom Price verbrachten wir den Rest des Abends damit den Van, die Ausrüstung und uns selbst zu reinigen. Während der 5-Stunden-Putzaktion beäugten uns die restlichen Camper ungläubig. Entweder hatten sie ihre Sandpisten noch vor sich oder wir nahmen es mit der deutschen Gründlichkeit mal wieder zu genau.

Einen Reisetag, zwei Reservekanister und 600 km später erreichten wir am Abend des 31. August Exmouth. Wir mieteten uns auf einem Campingplatz ein und machten uns am nächsten Tag auf Job und Wohnungssuche. Sogleich hatte Eugen einen Tellerwäscherjob in einem Nobelhotel und Franziska einen Job als Barkeeper. Die Wohnung für sechs Wochen haben wir auch schon klar gemacht.

Bernd Stromberg würde sagen "läuft..." :)
Das finden wir auch.

Liebe Grüße
Die Rumtreiber

4 Kommentare:

  1. Wer macht eigentlich die Photos, wenn ihr zusammen drauf zu sehen seid?
    ;-) LG

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  2. Super sache...also der Outback scheint dem Mars sehr ähnlich zu sein ;-)

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  3. Hey ihr zwei Hübschen!
    Haben es endlich auch mal geschafft euren Blog anzuschauen und zu lesen! Hört sich alles und sieht alles traumhaft schön aus /an!!! Sind gespannt auf neue geschichten vom Tellerwäscher und von der Barfrau!
    Liebe Grüße Katja und Julian

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  4. Immer wieder spannend zu lesen, was Euch auf der Weltreise so alles passiert.
    Passt auf Euch auf und habt viel Spaß.
    Steffen und Steffi

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