Mittwoch, 7. Oktober 2009

Speerfischen

Das war dermaßen hammermäßig heute, dass ich sogleich davon berichten muss.

Nic, unser Mitbewohner nahm uns mit raus zum Speerfischen. Sein Kumpel Jason hatte das Boot klar gemacht und wir fuhren zu viert raus. Das Wasser war glasklar und die See ruhig, bis auf eine leichte Strömung.

Nach einer kurzen
Einweisung zur Speargun gings sogleich rein und runter, denn von oben kann man die Fische schlecht schiessen.
Die
silbernen sollten es sein, nicht die die aussehen wie Nemo. Aber wie soll man sich bei dem Gewimmel für einen entscheiden? Also einfach mal auf den Fischhaufen drauf gehalten und voll daneben geschossen, mehrmals. Der Speer steckte immer wieder irgendwo in der Koralle fest. Hatte ich mir alles einfacher vorgestellt. Das Speer unter Wasser zu spannen ist mit Abstand das Schwierigste an der ganzen Sache. Als Polster hab ich mir zwei Bierflaschenkühler aus Schaumstoff unter das Surfshirt gestopft, die Waffe an die Brust gepresst und dann mit aller Kraft das Gummiseil bis zum bersten in die Verankerung gezerrt. Das alles im Wasser, nach Lufts japsend und strampelnd. Wirklich kein Kindergeburtstag.

Franziska beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung und
vergrößerte den Sicherheitsabstand dann nochmals, als die Haie aufkreuzten. Sie hatten das Fischblut gerochen, nachdem Jason seinen zweiten Fisch geschossen hatte. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass man einen der Haie auch hätte schiessen dürfen. Die wären wohl gerade noch "klein" genug gewesen das man sie hätte bändigen können. Auf der anderen Seite: trifft man nur eine Flosse, wird der Hai agressiv und der Schuss kann im wörtlichen Sinne nach hinten losgehen. Also lieber auf die wehrlosen, kleinen und schwachen zielen.

Eine weiße, fette zwei-Meter Seeschlange schwamm direkt hinter dem Fisch her, auf den ich es abgesehen hatte. Ich weiß nicht ob sie es mir übel genommen hätte, würde ich den Fisch tatsächlich erwischen. Also beließ ich es dabei.

Nach einigen weiteren, erfolglosen Schüssen hat es mich irgendwann dermaßen gefroren, dass ich nicht mal einen Wal aus zwei Meter Entfernung getroffen hätte. Ich musste ohne Fisch raus und direkt auf die Hühnerleiter zum Schämen. Nic tröstete mich damit, dass er die ersten acht mal beim Speerfischen auch nichts traf. Somit stand ich nicht ganz so schlecht da.

Nach dieser höchst männlichen Erfahrung, konnte man das Testosteron im Boot förmlich riechen, vermengt mit all dem Fischblut und Motorendiesel. Man(n) fixierte einen Punkt und starrte ganz "lonesome-rider-like" in die Ferne. Während der Rückfahrt sprach niemand ein Wort, außer Franziska :)

Freu mich schon aufs nächste Mal!

Sanfte Grüße
Die Rumtreiber

3 Kommentare:

  1. Hallo, freut mich dass ihr noch lebt. Lange nichts gehört. Euer Bericht ist super und interessant. Bin gespannt wie es weiter geht.

    AntwortenLöschen
  2. Hey ihr zwei,
    Sorry, dass ich jetzt erst schreibe, ich denk aber ganz oft an euch und lese begeistert eure Berichte!Ich beneide euch sooo sehr (naja außer auf die Sache mit den Haien könnt ich gut verzichten - kann mir Franzi bildlich vorstellen ;-) )! ganz lieben dank für eure Karte! Freu :-))) Ich drück euch! Liebe Grüße, Silvana

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Eugen,

    ehrlich gesagt bin ich froh, dass Du beim Speerfischen so erfolglos warst, lebendige Fische sind doch viel schöner ... ;-)
    Ansonsten schaue ich hier immer mal wieder vorbei und freue mich über Neuigkeiten, ist ein wenig wie Auswandererserien im Fernsehen gucken ... :-)

    Liebe Grüße auch an Deine Freundin vom Ex-Kollegen Christof.

    AntwortenLöschen

leave a message after the beep